Willkommen in Gailbach        
Verein für Heimat-Geschichte und Kultur Gailbach e.V.

 

Zur Geschichte der alten St.Matthäus-Kirche in Gailbach


Über die Entstehung dieser Kirche wollen wir nachfolgend berichten.


Entnommen wurden die Informationen teils wörtlich der Gedächtnisschrift "Das Pfarrdorf Schweinheim" des Schweinheimer Pfarrers Schweinfest, anläßlich seiner 25-jährigen Amtstätigkeit, im Jahre 1912.



Alte Kirche GailbachZur Geschichte

Aus den Akten des Würzburger Kreisarchives ist zu entnehmen, daß die Behörde am 12.Juni 1792 den Gailbachern die Erlaubnis erteilte, an Stelle ihrer alten zerfallenen Kapelle eine neue zu erbauen. Den Bestand einer Kapelle aus früherer Zeit beweist auch die Gemeinderechnung 1793/94, wo es auf Seite 16 Nr. 58 heißt: "Die alte Kapel an Johannes Schuck verkauft für 191 fl. (Gulden)" Diese alte Kapelle stand noch diesseits des Baches, auf der dem Bache angrenzenden Wiesenfläche des Anwesens Nr. 30. Der am 1.August 1904 verstorbene, 79-jährige Heinrich Roth erzählte, daß er als Knabe noch Mauerreste dort stehen sah. Indes war diese alte Kapelle nur ein Gebetsort ohne liturhischen Gottesdienst. Die neue Kapelle vom Jahre 1792/93 war jedoch für solchen mit einem Altar angelegt und wurde jenseits des Baches, in nordwestlicher Richtung der alten Kapelle erbaut. Bauherr war die Gemeinde, welche laut Gemeinderechnung die Kosten aus dem Erlös für verkauftes Holz aus dem Gemeindewald deckte. Der Bauplatz, 10 Ruthen umfassend wurde um 20 fl. von einem Herrn Jakob Schuck erkauft. Die Gemeinde lieferte die Materialien und die Ortseinwohner leisteten Hand- und Spannfrond. Ein Grundstein ward gelegt und kirchlich benediziert; wo er sich befindet ist nicht gesagt. Die Einweihung erfolgte im Jahre 1793 durch Pfarrer Butsch.


Zu jener Zeit des Kapellenbaues war:

Butsch, Pfarrer ad B.M.V. in Aschaffenburg
Mischler, Kaplan allda
Leo, Amtsvogt
Peter Hasenstab, Schultheiß in Gailbach
Joh. Georg Christ, Bürgermeister (heute Gemeindekassier) Gailbach


Im Laufe eines Jahrhunderts mehrte sich die Seelenzahl und erwies sich deshalb die Kapelle als ungenügend zur Aufnahme aller Kirchenbesucher. Da man die Jahrhundertfeier nicht spurlos vorüber gehen lassen wollte, ward Erweiterung und Restauration der Kapelle proklamiert und zur Beschaffung von Mitteln am 8. Juni 1890 ein Verein gegründet. Bis 1893 waren 600 - 700 M beisammen. Da man mit dieser Summe nicht restaurieren, noch weniger erweitern kann, ward weitergesammelt und gleichzeitig eine Kreiskollekte angestrebt. Mit Entschließung vom 4.September 1894 wurde letztere von der königlichen Regierung bis zum Jahre 1890 in Aussicht gestellt. Inzwischen fertigte die Baufirma Franz und Roman Wörner, Aschaffenburg die Pläne für Erweiterung und Restauration, welche im Jahr 1896 Genehmigung des Ministeriums, der k. Regierung und des Bezirksamtes erhielten. Am 13.April 1897 begann der Abbruch der bisherigen Sakristei und des Chores, sodann Anbau eines Kreuzschiffes und neuen Chores. Aus Gailbach waren hierbei die Werkleute Josef Stein, Steinhauerarbeiten, und für die Zimmerarbeiten Wilhelm Zernetsch beteiligt. Die Einweihung erfolgte am 21. September 1897 durch Herrn Pfarrer Zahn von Bessenbach. Die alte St. Matthäuskirche wurde im Jahr 1970 - für viele unverständlich -abgerissen.