Dorfportrait
... anhand von Bodenfunden
kann eine Besiedlung Gailbachs bis in die Jungsteinzeit, also um ca.
2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung angenommen werden.
Erste schriftliche Überlieferungen
unseres Heimatortes stammen jedoch erst aus der 2.Hälfte des 13.
Jahrhunderts. So findet man eine erste Erwähnung im Nekrolog
(Totengedächtniskalender) des Stiftes St. Peter und
Alexander zu Aschaffenburg am 28.März 1262 zum Todestag von
Adelheid,
der Ehefrau Konrads I. Schenk von Erbach.
In der zweitältesten Aufzeichnung, im
"Koppelfutterverzeichnis" um 1278/1284 ist Gailbach als "Galinbach"
bezeichnet. In weiterer Folge kommt der Ortsname als "Gauelbach",
auch "Geuelbach" und erst 2 Jahrzehnte später als "Gauwelnbach" und
mit der ersten urkundlichen Benennung vom 3. Mai 1325 als "Geuwelinbach"
vor.
Der Lautstand des heutigen
Namens findet sich erstmals als "Geilbach" auf einer um 1575
angefertigten Karte des Vizedom-Amtes Aschaffenburg....
auszugsweise entnommen aus: Mitteilungen des Stadt- und Stiftsarchives Aschaffenburg 6 (1999 - 2001)
Wichtige chronologische Daten:
1555 Anlegung des ersten Friedhofes am heutigen Rehbergweg
1625
"Geilnbach" nachgewiesen als Filiale der Muttergottes-pfarrkirche dieser wahrscheinlich bereits
seit dem 13. Jahrhunderts unterstellt
1635 Wütet die Pest in Gailbach, der Ort ist fast ausgestorben. Die wenigen Überlebenden geloben
am Vitustag, dem 15.Juni mit einem Gottesdienst und dem Fastenver-sprechen bis morgens um
11:00Uhr für Mensch und Vieh zu gedenken. Dieser Brauch wird auch heute noch von älteren
Einwohnern gepflegt.
1793 Einweihung der neuen Kapelle (anstelle der verfallenen nahe des Anwesens Nr. 30) am
Stengertsweg.
Weitere Infos
1803 Bau eines zweistöckigen Schulhauses am Stengertsweg
1874 Anlegung des neuen Friedhofes in der Dörrmorsbacher Strasse
1876 Bau eines neuen Schulhauses nordwestlich der alten Kirche
1897 Einweihung des erweiterten Kirchenbaus am Stengertsweg
1909 Bau der ersten Wasserleitung
1918 Der erste Weltkrieg kostet 29 Gailbacher Männern das Leben (dies entspr. ca. 6 % der
damaligen Einwohnerzahl)
1921 Gailbach erhält elektrische Energie
1934 Erste Poststelle in Gailbach
1936 Bau des Schwesternhauses mit Kindergarten und Nähstube durch den St. Johanniszweig-Verein
1937 Gailbach erhält eine Kanalisation
1945 Im 2. Weltkrieg sterben an der Front und in der Heimat 69 Gailbacher (dies entspr. ca. 7,3% der
damaligen Einwohnerzahl)
1948 Die erste Omnibuslinie zwischen Gailbach und Aschaffenburg wird eröffnet
1957 Einweihung der neuen Schule
1962 Das Gasthaus "Zur Traube" , das älteste im Ort, wird wegen Baufälligkeit abgerissen
1968 Einweihung der neuen St. Matthäuskirche die alte Kirche am Stengertsweg wird 2 Jahre später
abgerissen
1975 Eingliederung der Gemeinde Gailbach in die Stadt Aschaffenburg
Entwicklung der Einwohnerzahl:
Jahreszahl Einwohner
1812 230
1821 256
1873 359
1900 473
1911 511
1935 746
1945/46 über 1000 (viele Vertriebene finden in Gailbach eine neue Heimat)
1957 1167
1960 1359
1970 1450
1978 1382
2000 1700
2007
1794